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SprInt als kulturelle Decoder in der Kommunikation PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Félicien Malembe   
Donnerstag, den 06. Oktober 2011 um 09:22 Uhr
decoder

Man kann nicht nicht kommunizieren.  Ob die Kommunikation allerdings gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Einer dieser Faktoren ist der kulturelle Hintergrund, den die Kommunikationspartner teilen oder eben nicht teilen. Wenn die Kommunikationspartner den kulturellen Hintergrund nicht teilen, kommt es sehr häufig zu Kommunikationsschwierigkeiten, weil Informationen entweder aus kulturspezifischen Gründen auf unterschiedlichen Kanälen transportiert werden oder die gleichen Informationsträger mit unterschiedlichen Bedeutungen versehen werden.

 

Treten die Verständigungsschwierigkeiten aus diesen Gründen auf, dann müssen leistungsfähige Übersetzungsprogramme und können Dolmetscher an der Aufgabe die kulturbedingten Verständigungsbarrieren zu überwinden, scheitern. Und zwar deshalb, weil die jeweiligen Möglichkeiten den kulturellen Kontext in den der jeweilige Kommunikationspartner eingebettet ist, dem anderen Kommunikationspartner zu vermitteln, begrenzt sind. Sprach- und Integrationsmittler sind deshalb in besonderer Weise geeignet kulturbedingte Verständigungsschwierigkeiten für beide Kommunikationspartner aufzulösen, weil sie nicht nur mit den kulturellen Besonderheiten der Aufnahmegesellschaft vertraut sind, in die sie selbst aufgenommen worden sind, sondern vor allem mit dem kulturellen Kontext in den die Handlungsweisen der Migranten und Migrantinnen eingebunden sind. Sprach- und Integrationsmittler/-innen sind bei ihrer Aufgabe dem Neutralitätsgebot unterworfen, was bedeutet, dass sie nicht einseitig die Interessen nur eines Interaktionspartners vertreten, was allzu oft von Laiendolmetschern von der jeweiligen Community erwartet wird. Auch um sich diesen Gruppendruck entziehen zu können, bedarf es einer durch eine entsprechend qualifizierte Ausbildung erworbene Reflexionsfähigkeit.

Auch wenn für die Mitarbeiter des SprIntpool Wuppertal eine hohe Qualität der Ausbildung sichergestellt werden konnte, so sind auf dem Weg Sprach- und Integrationsmittler als eigenes Berufsbild anzuerkennen und die Dienstleistung des Sprintpools zu etablieren noch einige Hindernisse zu überwinden. Denn Trotz der Tatsache, dass viele Einrichtungen und Dienste, die auch Migrantinnen und Migranten zu ihren Klienten/Kunden zählen, von den Dienstleistungen des Sprintpools durch eine präzisere Informationsgewinnung profitieren würden, so können Sprach- und Integrationsmittler/-innen von den Regeldiensten nur in Anspruch genommen werden, wenn die Finanzierung der Unterstützung durch den SprInt sichergestellt ist. Bis eine sichere Finanzierung für die Dienstleistung von SprInt erreicht werden kann, wie dies bereits in anderen Ländern (z. B. Niederlande, Italien, Schweiz, Kanada) geschehen ist, wird noch einiges Wasser die Wupper hinunterfließen. Allerdings ist das Ziel klar und erste Schritte in die richtige Richtung sind gemacht. Es ist  nicht auszuschließen, dass was heute unmöglich ist, morgen möglich sein wird. Es ist vorstellbar, dass der Sommer genauso besser wird wie der Frühling bereits war. Es kostet nichts zu hoffen.

 

 

 
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