| Hausbesuch mit Sprach- und Integrationsmittler |
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| Geschrieben von: Hicham Yessef |
| Mittwoch, den 09. November 2011 um 08:35 Uhr |
Im Oktober besuchten eine Dipl. Sozialpädagogin (Jugendamt Wuppertal) und ich (Sprach- und Integrationsmittler) eine muslimische Familie zu Hause. Ich wurde hinzugezogen, weil die Verständigung zwischen der Fachkraft und den Eltern nicht gut verlief und einiges dafür sprach, dass die Ursachen hierfür nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell bedingt sein könnten. Die Tochter der Familie wurde vor ein paar Monaten vom Jugendamt in Obhut genommen. Die Eltern sind mit der Situation überfordert, da sie nicht nachvollziehen können warum die Tochter nicht mehr bei ihnen zuhause ist. Zudem verstehen sie die Anliegen der Fachkraft vom Jugendamt überhaupt nicht. Die Eltern haben Angst, dass die Tochter durch den Aufenthalt im Heim den Bezug zur Familie und damit zu ihren Wurzeln verliert. Vor dem Hausbesuch habe ich der Fachkraft einige Verhaltensweisen erklärt, die bei einem Besuch in einem muslimischen Haushalt berücksichtig werden sollten. Zum Beispiel werden die Schuhe beim Betreten der Wohnung ausgezogen und bei der Begrüßung geben sich in der Regel nur gleichgeschlechtliche Personen die Hand.
Während des Besuchs wurden Getränke angeboten, allerdings lehnte die Fachkraft dies ab und der Familienvater fühlte sich als Gastgeber gekränkt. In dieser Situation hätte es ausgereicht das Angebot anzunehmen und sich das Getränk hinstellen zu lassen. Nach dem zweistündigen Besuch bat mich die Fachkraft um ein Nachgespräch – zum einen ging es dabei um bestimmte Verhaltensregeln und zum anderen gab sie die Rückmeldung, dass sie viele Informationen über die Familien erhalten habe. „Die Zusammenarbeit und Mitwirkung der Familie ist spürbar gestiegen und ich werde allen meinen Kollegen/innen die neue effektive Dienstleistung der Sprach-und Integrationsmittler weiter empfehlen“ – so die Fachkraft. Durch meine Vermittlung entstand eine vertrauensvollere Beziehung zwischen der Familie und der Fachkraft. Es werden weitere Termine bei der Familie folgen und die Fachkraft bat zudem darum mehr Informationen über mögliche kulturelle Aspekte im Umgang mit muslimischen Menschen zu erfahren.
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